WG Nürnberg Wiki

Ungeziefer

Last Updated: Mar 18, 2016 11:32AM CET
Nein, hier geht’s es nicht um den Ex-Freund oder die Ex-Freundin, sondern um so genannte „Haushaltsschädlinge“ (Ratten, Mäuse, Milben, Fliegen). Diese können für dich genauso, wenn nicht sogar noch unangenehmer werden. Wo sind denn diese Mitbewohner die keine Miete zahlen bzw. welche Orte bevorzugen sie?

Zuerst: Diese können in jedem Stockwerk eines Hauses vorkommen! Dank Wasser und Heizungsleitungen, Rohrleitungen, Treppen usw. sind in einem modernen Haus optimale Wege für Schädlinge vorhanden. Wer denkt „ich wohne im 3. Stock, da kommt keine Maus hoch“ der irrt. Diese kleinen Tiere sind wahre Akrobaten wenn es darum geht sich Nahrung zu verschaffen. Generell gilt also: Haushaltsschädlinge können überall vorkommen, unabhängig vom Stockwerk oder Lage. Sie können in deinem Zimmer genauso vorkommen wie in der Küche oder auf der Dachterasse. Da diese Schädlinge aber meist auftauchen wenn sie gerade Hunger haben ist ein Ort wo Lebensmittel aufbewahrt werden, natürlich die Anlaufstelle Nr. 1.
Beispiel: Die WG Küche Hier ist es schön warm und wenn gekocht wird, erhöht sich ggf. auch die Luftfeuchtigkeit. Ideal für 99% aller Schädlinge. Meist nicht fest verschlossen liegen Lebensmittel wie z.B. Getreideprodukte (Mehl, Griess, Backzutaten) oder auch Nüsse oder Dörrobst lange in einem Vorratsschrank herrum ohne verbraucht zu werden. Besonders verlockend sind Lebensmittel die lange haltbar sind und ungeschützt aufbewahrt werden, generell kann man aber sagen: Kein Lebensmittel ist vor Haushaltsschädlingen sicher. Hinzu kommt das hinter den fest stehenden Schränken, wie z.B. dem Kühlschrank, dem Herd oder sonstigen Möbeln perfekte Verstecke geschaffen werden wo sich z.B. „Rattus“ gerne mal ein Nest baut da er dort ungestört ist und seinen ggf. schon vorhanden Nachwuchs säugen kann.
Wie finden diese „Mitbewohner“ denn Ihren weg zu uns?
Es gibt zwei Möglichkeiten wie Schädlinge in eure Küche oder Vorratsschränke kommen können: - Durch aktives Eindringen (d.h. der Schädling findet selbstständig seinen Weg. Er wird durch Gerüche von Lebensmitteln und Lebensmittelresten angelockt) - Durch passives Einschleppen (d.h. ihr kauft Lebensmittel die bereits befallen sind) Und was machen diese „Mitbewohner“ dann in unserer WG?
Sie richten…

1.) Materielle Schäden an: Wo Schädlinge sind, treten Schäden auf. Das sagt schon der Name. Bei einem Befall werden eure Nahrungsmittel ungenießbar, da sich darin Milben, Maden oder Ratten befinden. Wer will schon von der Schokoladentafel essen wenn sich daran schon eine Maus bedient hat? Oder wer möchte gerne eine Made in seinen Cornflakes schwimmen haben? Auch Schränke und Regale, die zur Lagerung von Lebensmittel dienen, können zerstört werden. Schädlinge finden ihren Weg. Karton, Holz oder Stoff sind kein Hindernis. Möbel, Textilien oder eure Uni-Bücher können auch als Verpuppungsort oder als Material für den Nestbau dienen. „Sorry Prof, aber Seite 428 meines Buches dient nun einer Ratte als Bett“, und für Kleidermotten ist euer Lieblingspullover nichts weiter als eine riesige Salatbar.

2.) Verschmutzungen an: Fühlen sich bereits eure kleinen Mitbewohner bei euch wohl, machen diese natürlich auch massiven Dreck. Der Schädling will nur fressen und nimmt seinen Müll bzw. Dreck nicht wieder mit. Es liegen Tote oder bereits verwesende Tiere hinter dem Schrank, Häutungsreste oder Kot und Urin auf dem Boden. Und Spinnfäden oder Fellreste im Essen will wohl sicher auch niemand haben!

3.) Gesundheitliche Schäden an: Dies ist wohl der wichtigste Punkt. Vorratsschädlinge können Mikroorganismen (z.B. Bakterien und Pilze) auf Nahrungsmittel übertragen. Diese können – für das Menschliche Auge unsichtbar – das betroffene Nahrungsmittel noch weiter vernichten. Aber was noch schlimmer ist. Haushaltsschädlinge sind Krankheitsüberträger, sie sind eine Gefahr für euere Gesundheit! Krankheitserreger wie Salmonellen, Streptokokken usw. können von Fliegen, Schaben und Ratten übertragen werden. Und wenn ein Lebensmittel damit befallen ist, kann es sich insoweit verändern das sich unbemerkt noch weitere Bakterien und Pilze darauf vermehren können.

4.) Kosten an: Auch der Geldbeutel leidet unter einem Schädlingsbefall. Kosten für die Vernichtung der Lebensmittel (bzw. ihr müsst das ja wieder neu kaufen), Aufwendungen für eventuell notwendige Bekämpfungsmassnahmen durch einen Kammerjäger (pro Besuch 100 €) oder Reparaturen und Ersatzbeschaffungen für zerstörtes Inventar sind keine Seltenheit.

OK. Das hört sich alles echt nicht gut an.

Was kann ich bzw. wir machen das sich diese „Mitbewohner“ NICHT bei uns einnisten?
Vorbeugung ist sicherlich das Beste wenn es um den Schutz der eigenen Nahrungsmittel geht, da die Bekämpfung von sich einmal eingenisteten Haushaltsschädlingen sehr schwierig ist. Hier einige Tipps:
- Generell auf Sauberkeit innerhalb der WG achten!
- Keinen Müll oder die gelben Säcke in der WG oder im Zimmer lagern. Auch nicht auf der Dachterrasse!. Dies zieht Schädlinge (z.B. Tauben, Ratten, Mäuse) an und wenn sie erst mal angelockt wurden ist der Weg IN eure WG auch nichtmehr weit (auf verschlossene Türen achten!)!
- Kein Essen offen rumliegen lassen. Selbst wenn es nur ein Schokohörnchen ist. Tiere riechen das und finden es genauso lecker wie du.
- Wenn möglich, Vorräte in dicht schließenden (aromadichten) Behältern aus Glas, Metall oder Kunststoff aufbewahren. Verpackungen aus Papier oder Kunststofffolie bieten keinen ausreichenden Schutz, durch solche Materialien kann man sich leicht durch fressen. Ihr müsst regelmäßig eure Lebensmittel ausmisten, alles was über dem Verfallsdatum ist wegschmeissen.
 
Kurzportraits einiger Schädlinge:
„Die Flauschigen“ – Die Wanderratte (Rattus) und die Maus (La Mausina)
Diese zwei fressen alles was sie in die Finger bekommen. Sie verunreinigen bevorzugt Ihr Revier durch Kot, Urin und Fellreste. Sie verursachen massive Materialschäden da sie sich durch fast alles durchnagen können. Beide, aber insbesondere Rattus, sind gefährliche Krankheitsüberträger (Tollwut, Salmonellen, Borrelienarten usw.).

„Der Assi“ - Die Schmeißfliege
Sie befallen bevorzugt Fleisch-, Fisch- und Käsewaren. Ist ein Lebensmittel mit diesen Fliegen befallen, ist es nichtmehr genießbar. Im Freiland klettern sie gerne auf Aas und Exkrementen herrum. Bei ihren daraufhin folgenden Besuchen auf den Lebensmitteln übertragen sie Mikroorganismen, die Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette zersetzen. Dies macht sie zu gefährlichen Schädlingen und Krankheitsüberträgern.

„La Madina“ – der kleine dicke eklige Vorgänger von „Der Assi“

„Der Gourmet“ – Die Frucht- bzw. Essigfliege
Sie sind bevorzugt auf gesundem Obst und Gemüse zu finden. Essighaltiges aber auch Bier und Wein mögen diese kleinen Fliegen besonders. Sie können vor allem Mikroorganismen übertragen. Hervorzuheben ist das sie sich sehr schnell entwickeln und vermehren können -> Massen von kleinen fliegenden Arschlöchern in der Küche.

„Die Modebewusste“ – Die Kleidermotte
Sie ernährt sich vor allem von Textilien aus tierischen Fasern. Die befallenen Textilien und Stoffe werden durch die Maden völlig durchlöchert und dadurch Zerstört.

„Die Verdörrte“ – Die Dörrobstmotte
Sie frisst fast alles was an pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt, vor allem Getreide, Getreideprodukte, Nüsse, Trockenobst, Schokolade, Mehl und Trinkschokoladenpulver. Sie legt bevorzugt Ihre Eier auf bzw. in eure Lebensmittel ab. Dann kann es durchaus passieren das man eine kleine Madina im Kakao hat.
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